Montag, 18. Januar 2010

Reif fuer die Insel: Sansibar

Nach der langen Zeit harter Arbeit... und als Erholung und Vorbereitung fuer meinen neuen Arbeitsplatz... kam die Zeit fuer einen Kurzurlaub. Sansibar, die (Touri-)Insel vor Daressalaam bot sie sehr gut dafuer an.
Nach Morogoro ging es ab nach Dar und von dort mit der Faehre auf die Insel. Vom Status eines Voluntaers, eines MaZ, eines Menschen der ein Jahr mit den Menschen mitlebt, ihre Sprache und ihre Kultur kennen lernt und respektiert, wechselten wir (10 MaZ) zu dem von einem Touri, als wir den Fuss auf die Insel setzten (vielleicht auch schon als wir die Faehre betraten). Der Wechsel ging fuer jeden von uns zu schnell, denn wir waren einfach keine Touris, doch fuer die Menschen auf der Insel waren wir nichts anderes. Es gab keinen Unterschied ziwschen uns und anderen Gaesten, die nur fuer eine Woche schnell mal ihre Braeune aufpeppeln, ihre Beziehung in den Griff bekommen oder ihrem westlichen Alltag entfliehen wollten. Wir waren weiss, wir waren reich, wir hatten keine Zeit fuer die Menschen hier und wir wollten schon gar nichts von der Kultur lernen. Bis auf den ersten Punkt :-) traf so rein gar nichts auf uns zu.

Wir besichtigten Stone Town, schlenderten durch die kleinen Gassen, vorbei an einer Unmege an Tourilaeden, Souvenirshops,... zahlten fuer unser Bier das dreifache als was wir am Festland dafuer zahlen wuerden,...



Und wir machten unsere ersten empirisch-soziologischen Erfahrungen...Tja, die Interessen von 10 Leuten unter einen Hut zu bringen ist eine Herausforderung, der keiner von uns gewachsen war :-) und so verkleinerte sich unsere Gruppe. Die einen fuhren an die Ostkueste, die anderen blieben, die anderen fuhren spaeter nach, die anderen machten einen Bootstrip zum Schnorcheln,...
Und zum Schluss schafften wir es sogar einen Cocktails in der Touribar zu geniessen... zu Preisen gleich denen in Europa...
(Fotos dazu gibts in meiner Fotogalerie!)

Danach gings fuer Verena und mich zurueck nach Dar, um unseren Trip in den Sueden starten zu koennen, denn fuer unseren Arbeitswechsel gehoerten unsere Sachen gepackt und uebersiedelt. Der Trip sollte zu einem wirklichen Abenteuer werden...

Morogoro und Neujahr

Nach Daressalaam ging es gleich weiter nach Morogoro wo auf uns ein Zwischenseminar mit allen MaZlern (aus verschiedenen Ordensgemeinschaften) in Ostafrika wartete. Es war eine interessante Zeit und wir konnten unsere Erfahrungen mit anderen austauschen. In dieser Zeit besuchte ich auch F. Marek am Salvatorian Institute of Philosophy and Theology in Morgoro. Im Gespraech kam wieder auf, wie sehr auch sie qualifizierte Haende benoetigen und so wuchs langsam die Idee meinen Arbeitsplatz auf ihr Institut zu verlegen.
Verena entdeckte auf (und dank) dem Zwischenseminar, dass sie ihre Arbeitsstelle wechseln wollte und so schlossen wir uns (die wir ja bereits im Sueden zu einem kleinen Team heran gewachsen waren) auch hier zusammen. In der Naehe des Institutes gibt es einen Kindergarten und ein Waisenheim - Verenas neuer Arbeitsplatz. Details dazu spaeter.

Neujahr feierten wir ganz christlich. Das haette keiner von uns so geplant (ausser mir vielleicht ;-)), aber es war fuer alle ein wirklich netter und schoener Abend. Wir fuhren um 22 Uhr in die Pfarre der Spiritaner in Morogoro und feierten die Messe bis 1 Uhr in der Frueh. Die Kirche bebte, die Menschen freuten sich,...
Danach widmeten wir uns "unserem" Programm, wie z.B. unserer selbst gemachten Bole, Wein, Bier, Pudding und Eiscreme (dank Lukas!),...
Die Gruppe der MaZler auf dem Zwischenseminar wuchs zusammen und so kam die Idee auf gemeinsam noch einen Trip nach Sansibar zu machen. Im Vorfeld hatten wir vier SDS MaZler diesen Plan geschmiedet gehabt - jetzt waren wir zu 10 unterwegs.

Langsam mal der Reihe nach: Weihnachten

So,... lang ist her mit meinen Blog-Eintraegen. Gar nicht einfach die Ereignisse von vor langer, langer,... Zeit halbwegs chronologisch revue passieren zu lassen...
Es war einmal Weihnachten. Zu dieser Zeit befand ich mich im kleinen Buschdorf namens Lukuledi. Schnee gab es keinen, kalt war es auch nicht, Gluehwein konnte ich auch nirgends erspaehen,... und doch rueckte das Fest von Christi Geburt immer naeher. Die Erwartungen meinerseits waren zugegebenermassen doch eher gross, befand ich mich ja in einer ganz neuen/anderen Kultur, in einer fuer mich ganz neuen Klimazone, weit weg von schneebedeckten Taelern,... ich war gespannt wie Weihnachten wohl am anderen Ende der Welt gefeiert werden wuerde.
Tja, wer jetzt grossartige Erzaehlungen erwartet, den muss ich leider enttaeuschen. Der 24. (wie die Tage davor) gingen an den Menschen etwas vorbei. Der Begriff "Krismasi" (=Weihnachten auf Kiswahili) schwebte schon immer wieder durch die Raeume und Gespraeche, aber ich hatte den Eindruck, dass das mehr aus dem Grund geschah weil da ein paar Feiertage (=arbeitsfreie Tage) warteten.
Ich sollte vielleicht auch erwaehnen, dass Krismasi unterschiedlich in der sds Schwesterngemeinschaft und der restl. christlichen Dorfgemeinschaft vorbereitet wurde.
Da die Schwestern ihre Ganznachfolge durch ihr Schwesternsein bezeugten, hatte ich den Eindruck, dass sie das bei den Festen nicht mehr so zum Ausdruck bringen mussten bzw. wollten. Weihnachten wurde in den Familien in Abhaengingkeit von ihren meist beschraenkten finanziellen und materiellen Moeglichkeiten feierlich vorbereitet. Die Kinder freuten sich und erzaehlten mir wie besonders dieser Tag fuer sie ist, da es da ja manchmal Geschenke gibt. Die Schwestern bereiteten nichts besonderes vor.
Der 24. ging vorueber. Am Abend gab es eine Abendmesse um 20 Uhr. Ohne Strom, also komplett im Dunkeln. Die Menschen sangen und tanzten und die Kinder freuten sich, denn normalerweise duerfen sie um diese Uhrzeit (=nach Einbruch der Dunkelheit) nicht mehr aus dem Haus. Ende des Tages.
Es kam der 25. Dieser Tag war ein richtiger Festtag. Die Messe in der Frueh war ueberfuellt und es gab 48(! kein Schmaeh) Taufen. So etwas hatte ich auch noch nie erlebt. Laut meinem Pfarrer, waren das aber wenige Taeuflinge dieses Jahr. In einer Outstation unserer Pfarre gab es ueber 60.
Nach der Messe (die nur 2,5h dauerte - ich war beeindruckt) ging es ab nach Masasi.
Am Abend gab es ein feierliches Abendessen bei den Schwestern gemeinsam mit den Bruedern.
Am naechsten Tag stellten Verena und ich unsere Koch- und Backkuenste unter Beweis. F. Lazarus hatte Geburtstag und ein paar Tage drauf F. Eugen Namenstag. So bereiteten wir Kaesespaetzle vor (und stritten darueber, ob sie jetzt urspruenglich aus Oesterreich oder Deutschland stammen) und einen tollen Kuchen mit Vanillecremeschicht und Schokoglasur.
Am naechsten Tag ging es dann mit dem Bus nach Daressalaam.

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