Samstag, 5. Dezember 2009

Waiting for the Daladala....

Heute fuhren wir nach einer Woche Lukuledi wieder nach Masasi. Wir versuchten unser Glueck mit einem Daladala. Wir kamen zur Busstation und warteten, warteten, und warteten und... richtig... warteten.
Zeit genung um die Ereignisse der letzten Woche revue passieren zu lassen...

Diese Woche war Lewis in Lukuledi. Sein Aufenthalt in Tansania gestaltet sich etwas anders als der von uns MaZlern. Wir leben fuer ein Jahr in einem Dorf, bleiben an einem Ort. Lernen so das Leben der Menschen, die Gemeinschaft vor Ort, die Arbeit,.. usw. kennen. Lewis dagegen sieht viel mehr, lebt in jeder Gemeinschaft kurz mit, lernt so die verschiedenen Missionen der SDS kennen, verschiedene Arbeitsbereiche,... auch sehr nett... aber wie so oft: alles hat seine Vor- und Nachteile. Er selbst ist viel kuerzer hier als wir, nur sieben Monate.
Diese Woche war er jedenfalls mal in Lukuledi. Die naechsten drei Wochen ist dann Namjungo fuer ihn angesagt.
Er hat meinen Arbeitsalltag in der Dispensary mitverfolgt. War nett sich mal mit jemandem auf Englisch unterhalten zu koennen. Auch meine Gebetseinheit am Nachmittag durfte ich teilen, statt deutsch wieder englisch.

An einem Tag waren wir in der Schule fuer Disabled (Taubstumme) in Lukuledi. Das war ein Erlebnis! Die Kinder ganz arm, ohne Chance auf Ausbildung, ohne Chance auf Geld, denn keine Chance auf Job und somit keine Chance auf Zukunft. Die Familien meist sehr arm, irgendwo aus dem Busch. Die Kinder koennen nicht sprechen und hoeren. Aussenseiter von Geburt an. Und doch erlebten wir dort ganz tiefe Freude. Unbeschreiblich wie sich unsere Herzen veraenderten, weit wurden, ….offen fuer Gott. Gott war mitten unter ihnen. Wirklich. Er hat dort auf uns gewartet, und tut es auf jeden von uns. Er hat sich die Geringsten ausgesucht fuer seine Gegenwart.

Lewis mitten drin
Unsere erste Lesson in Gehoerlosensprache
Wir lernten schnell die „basics“ der Gehoerlosensprache, stellten uns vor, beantworteten ein paar Fragen und kamen mit den Kids ins „Gespraech“. Alle Schueler leben dort in der Schule, da ein Transport nach Hause nicht moeglich ist, dazu wohnen sie zu weit weg, haben kein Geld fuer die Fahrt,...Die Unterkuenfte sind nicht spartanisch, sie sind unter jeglichem Niveau. Dasselbe gilt fuer die Klassenzimmer, die Kueche und die Sanitaeranlagen (falls man sie ueberhaupt so benennen kann). Aber etwas anderes gibt es nicht. Das ist die einzige Schule weit und breit. Und liegt auf dem Weg von den Schwestern zur Dispensary. Es war einfach nur ueberwaeltigend!
Danach trafen wir noch einige von den Schuelern im Dorf und sie begruessten uns und wir antworteten in ihrer „Sprache“. Lewis und ich versuchten uns alles zu merken, uns an alle Woerter/Ausdruecke, die wir gelernt hatten, zu erinnern und stellten fest wie viel Spass das Lernen und der Besuch gemacht haben. Eines kann ich jetzt schon sagen: Die Kids habe ich in mein Herz geschlossen. Im Jaenner (denn jetzt gibt es hier grosse Ferien) werde ich Stammgast dort werden!

An einem Nachmittag gingen wir auch in die lokalen Berge, nennen wir es Huegel, wandern und auch klettern. Auf einem grossen Felsen, den wir wirklich erklettern mussten, setzten wir uns oben zum Rosenkranzgebet zusammen und vertrauten darin Gott die Welt und unsere Berufungen an. Und wurden mal wieder von einem grandiosen Sonnenuntergang beschenkt. Wahnsinn! Danach suchten wir unseren Weg zureuck, im wahrsten Sinne des Wortes mitten durch den Busch. Bei all meiner Orientierung machten wir dann doch einen leichten Umweg durch die Ortschaft (die Lehmhuetten schaun auch nun mal wirklich alle gleich aus!).

Das Gipfelkreuz (mehr Fotos wie immer in meiner Fotogalerie)
Die wundervolle Aussicht
Und sogar zum Klettern sind wir gekommen
Erholung am Gipfel
Beschenkt

An den Abenden machten wir die Erfahrungen alle paar Meter einen Skorpion zu sehen. Und die Dinger sind ziemlich gross und ein Stich ziemlich schmerzhaft (wurde mir gesagt) und mir wird schon anders allein beim Anblick. Da wir jetzt irgendwie in der Regenzeit angekommen sind (von Zeit zu Zeit regnet es mal a bisal – die Klimaveraenderung hinterlaesst hier besonders ihre Spuren, denn es sollte eigentlich schuetten), kommen Abends immer die Skorpione aus ihren Loechern heraus. Und die Schlangen werden jetzt auch wieder aktiv... naja.

Und heute machten wir uns auf den Weg zurueck. Zuerst sollte uns F. Lazarus abholen, aber dann war er doch zu busy... kein Problem. Daladala gibt’s ja, wir kommen schon irgendwie nach Masasi. Die Betonung bei diesem Vorhaben liegt bei „irgendwie“. Wir warteten und warteten,... dafuer dass um 14 Uhr bestimmt einer fahren sollte, waren wir um 15.30Uhr noch immer in der Warteposition und nicht ein Auto fuhr auf der Buschstrasse an uns vorbei... ich beschloss dann – genug vom Warten - in das naechste Gefaehrt einzusteigen... tja,... das naechste Gefaehrt kam... ein Pickup mit (ohne zu uebertreiben – wirklich!) 20 Personen an Deck und ebensovielen drinnen. Ich wagte kaum zu fragen, ob es noch Platz fuer uns gaebe, aber es gab ihn und fuer fuenf(!) weitere Passagiere auch!

Unser Transportmittel (wir waren da auch noch mit drauf...)
Ich sass irgendwo hinten, zusammengequetscht auf dem Gelaender, hielt mich irgendwo fest und hielt es fuer ein Wunder (bei still stehendem Auto) nicht runter zu fallen. Die Fahrt ging los. Die Buschstrasse ist in der letzten Woche auch nicht ebener geworden. Die Schlagloecher (und es gibt ja so wenige hier) hinterliessen Spuren in meinem Hintern und die Fahrt dauerte und dauerte... Es war ein Abenteuer, so wie ungefaehr alles was wir hier erleben. Tag fuer Tag. Und fuer die Menschen hier ist das der Alltag – ihr Leben lang.
Manuela Ulrich - 11. Dez, 09:47

Liebe Grüße vom Stephansplatz

Liebe Justyna!
Hab seit einiger Zeit wiedermal deinen Blog gelesen. Und es ist jedesmal wieder faszinierend! Ich hoffe, es geht dir gut, aber so wie ich hier lese, kann das gar nicht anders sein. Bin schon gespannt auf deine Weihnachtsberichte :)
Hier in Wien ist es gerade nass und kalt, von Schnee weit und breit nichts zu merken. Seit November arbeite ich halbtags bei den Theologischen Kursen. Die Arbeit macht viel Spaß und nebebei hab ich - rein theoretisch - sogar noch Zeit für meine Diss :) und andere Dinge, wie z.B. die Firmvorbereitung in meiner Heimatpfarre (und der Pfarrer ist nicht einfacher geworden:))
Ich wünsch dir alles Liebe, viel Kraft für deine Arbeit und Gottes Segen!
Liebe Grüße,
Manuela
PS: Die Fotos von der Diakonenweihe brauch ich unbedingt :)

jussy - 12. Dez, 06:59

Vielen Dank

fuer die Gruesse und die Infos! Ja, kalt ist es hier sicher nicht. Du hast recht, mir geht es hier wirklich gut. Viele denken, es muss doch auch Probleme geben, aber ich kann ehrlich sagen, dass es mir hier wirklich gut geht.

Welche Fotos brauchst denn? Und wie soll ich sie dir schicken? In meiner Fotogalerie solltest Du sie eigentlich eh runterladen koennen.

Liebe Gruesse aus dem Busch, jussy

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